Drei Fragen an Christiane Hauser

Warum ist Ihre Forschung für die Zukunft relevant?

Meine zentrale Motivation zu forschen, ist es, besser zu verstehen, wie Kommunikation in verschiedenen Kanälen funktioniert und warum bestimmte Inhalte, Meinungen und Argumente sichtbarer, lauter sind als andere, warum manche Akteure es leichter haben, gehört und gesehen zu werden als andere. Wenn richtig ist, dass Wissenschaft bzw. das von ihr produzierte Wissen ganz zentral für das Funktionieren unserer Gesellschaft sind, dann ist es wichtig, zu wissen, wie möglichst viel von diesem Wissen an breite Bevölkerungsschichten herangetragen werden kann. Auf der Kehrseite der Medaille geht es dann z.B. um die Verbreitung von falschen Informationen – das betrifft sehr oft den politischen Bereich, aber mit Blick auf z.B. die Kommunikation über den Klimawandel oder Gesundheitsthemen tangiert das durchaus auch wissenschaftliche Themen. Was man jetzt seit letztem Jahr nochmal sehr viel deutlicher sieht, ist außerdem die enge Verknüpfung von Wissenschaft, Medien und Politik. Und hier gibt es immer wieder Irritationen – warum hört denn niemand auf die Wissenschaftler:innen, die sich z.T. vehement versuchen Gehör zu verschaffen? Ich als Forscherin kann das Problem an sich nicht lösen, aber versuchen dazu beizutragen, dass wir besser verstehen, warum das so ist und damit einer Lösung zumindest näherkommen.

Was ist Ihre Lieblingsstrategie, um ein interdisziplinäres Forschungsprojekt erfolgreich umzusetzen?

Für mich ist Transparenz und Offenheit in jedem Forschungskontext zentral für eine gute Zusammenarbeit. Das gilt auch für interdisziplinäre Forschungsprojekte (in denen ich mehrheitlich arbeite). Einander zuzuhören und Theorien und Konzepte aus den anderen Disziplinen kennenzulernen und zu überlegen, wie man sie mit Ideen aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft zusammenbringen kann, ist für mich eine der spannendsten Sachen am gemeinsamen Forschen. Die eigene Disziplin bringt ja immer eine spezielle Perspektive mit sich – um komplexe Sachverhalte zu verstehen und Lösungen für gesellschaftliche Sachverhalte zu erarbeiten, braucht es aber viele verschiedene Perspektiven.

Mit welcher anderen Disziplin würden Sie gerne mal zusammenarbeiten, selbst wenn das in Ihrem Bereich ungewöhnlich wäre  und welche Forschungsfrage würden Sie mit dieser Disziplin gerne bearbeiten?

Ich habe durch meine frühere Arbeit am ITAS schon mit Forscher:innen sehr unterschiedlicher Disziplinen zusammengearbeitet und dabei immer unglaublich viel gelernt. Dadurch, dass Kommunikation und die (massen-)mediale Vermittlung von Wissen für eigentlich alle Disziplinen und Forschungsfelder wichtig sind, kann ich mir auch eine fruchtbare Zusammenarbeit mit jeder einzelnen vorstellen. Mich faszinieren theoretische Grundlagenforscher:innen aus den Naturwissenschaften, aber auch Wissenschaftler:innen, die ihre Forschung aktiv in die Transformation unserer Gesellschaft einbringen. Forschungsfragen würde ich immer gemeinsam mit meinen Projektpartner:innen identifizieren – und dabei darauf achten, dass sie eine aktuelle Herausforderung oder ein Problem adressieren, zu deren Lösung wir gemeinsam ein Stück beitragen können.

Wir danken Christiane Hauser herzlich für das Gespräch. Sollten Sie ebenso an zukunftsrelevanten interdisziplinären Themen arbeiten, laden wir Sie dazu ein, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir würden auch gerne Ihre Perspektive an dieser Stelle sichtbar machen und unser Netzwerk erweitern. Schreiben Sie einfach eine Mail an: judith mueller does-not-exist.kit edu.

Gesprächspartnerin

Portraitfoto

Dr. Christiane Hauser (Foto: Nikola Haubner/KIT)

Dr. Christiane Hauser ist akademische Mitarbeiterin am Department für Wissenschaftskommunikation am Institut für Technikzukünfte. Sie beschäftigt sich vor allem mit Diskursen und Akteuren der Wissenschaftskommunikation, der Rezeption wissenschaftlicher Inhalte und partizipativen Verfahren.