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Topic 1: Arbeit und Technik
fischer

Sprecher:

Prof. Martin Fischer
Institut für Berufspädagogik


Krings

Stellvertretung:

Bettina-Johanna
Krings

Institut für Technikfolgen-
abschätzung und
Systemanalyse (ITAS)


Topic 1: Arbeit und Technik

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Foto: complize / Quelle: Photocase

 

Das moderne Verhältnis von Arbeit und Technik ist in seiner Grundlogik noch immer durch die Prozesse der Industrialisierung geprägt. In der wissenschaftlichen Perspektive stellt es ein komplexes Verhältnis dar, was auf den folgenden drei Ebenen beschrieben und interpretiert wird:

•(a) Technik als Substitution von Arbeit;
•(b) Technik als Versachlichung von Arbeit;
•(c) Technik als Vergesellschaftungsform von Arbeit.


Während in industrialisierten Gesellschaften der technische Einsatz die Arbeitsprozesse weitgehend bestimmte und definierte, haben sich in postindustriellen Gesellschaften oder Wissensökonomien diese Grenzen in besonderer Weise verändert. So sind die drei Ebenen im täglichen Arbeitsalltag kaum mehr zu trennen und eröffnen eine neue Qualität der Mensch-Technik-Beziehung im Arbeitsprozess. Im Rahmen des konzeptionellen Ansatzes von Topic 1 soll ein wissenschaftliches Analyseraster erarbeitet werden, um diese Prozesse vor spezifischen Fragestellungen besser bestimmen und bewerten zu können.

So hat beispielsweise Technik als Arbeits- und Produktionsmittel schon immer große Bedeutung für die Tätigkeit und Ausbildung von Arbeitskräften besessen. Veränderungen in der Arbeitswelt waren häufig durch Technik induziert – man denke etwa an die Verdrängung des Bleisatzes durch computergestützte Textverarbeitung, die den Beruf des Schriftsetzers zum Aussterben gebracht hat. Technologische Innovationen gelten bis heute als der Mechanismus gesellschaftlicher Modernisierung schlechthin. Vor allem im Hinblick auf wirtschaftliche Steigerungsraten und gesellschaftliche Wohlstandsziele wird der technologische Wandel als Bedingung und noch immer als notwendige Voraussetzung angesehen. Arbeit ist in dieser Sicht meist eine abhängige Variable der technischen Entwicklung. Wird jedoch in Betracht gezogen, dass der Beruf eines Textgestalters technologische Veränderungen möglicherweise überstanden hätte und der ehrenwerte Beruf des Zahnarztes bislang alle Innovationsschübe in der medizinischen Technologie überlebt hat, gelangt man zu der Einsicht, dass die Formen und Inhalte beruflicher Arbeit und Ausbildung eine gewisse Eigendynamik besitzen und nicht ausschließlich als Folgewirkungen technologischer Innovation anzusehen sind. Dieser Sachverhalt der gesellschaftlichen Konstitution von Arbeit (z. B. über Berufsbilder, Tarifauseinandersetzungen, nationale Gesetzgebung) fällt erst recht ins Auge, wenn das Verhältnis von Arbeit und Technik im internationalen Vergleich untersucht wird: So finden sich bei vergleichbaren technischen Bedingungen ganz unterschiedliche Formen von Erwerbsarbeit in den einzelnen Nationalstaaten.

Der wechselseitige Zusammenhang von Technikentwicklung und Arbeitsgestaltung wird im Topic „Arbeit und Technik“ thematisiert. Hierbei beziehen sich die aktuellen Forschungsfragen auf folgende Forschungsfelder: